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Grenzüberschreitungen VII – 2014

freiraum 0.1



Ein gemeinsames Projekt von Jazzclub „FUCHS“ e.V. und BIG e.V. Chemnitz, gefördert durch die Stadt Chemnitz und Kfz-Meisterbetrieb Bondzio

Mit dem Projekt Grenzüberschreitungen haben der B.I.G. e.V. und der Jazzclub FUCHS e.V.  in sechs Jahrgängen Grenzüberschreitungen im Jazz dokumentiert.
Dabei war Improvisation das wesentliche Element.

„Freie Improvisation (ist) … längst nicht nur ein Phänomen des Jazz, sondern ein weitverzweigtes Ausdrucksmittel musikalischer – und damit zum Teil auch politischer - Emanzipation“ (Felix Klopotek).

Das Projekt freiraum 0.1 geht der Frage nach der Improvisation in besonderer Weise nach.
Nicht nur in der Politik, auch in vielen Lebenszusammenhängen lösen sich feste Strukturen immer mehr auf. Familie wird neu definiert, Arbeitsbeziehungen werden flexibilisiert, soziale Beziehungen virtualisiert. Lebensperspektiven sind nur noch in kurzen Phasen planbar und immer mehr Lebenssituationen erfordern Improvisation. Improvisation ist das momentane Zusammenfinden, der Umgang mit dem Situativen, mit dem Spontanen, ist ein momentaner (gemeinsamer) Ausdruck eines Prozesses. Improvisation erfordert den Mut und die Fähigkeit, Neues zuzulassen und sich kreativ der Situation zu stellen.

Für die meisten Jazzmusiker ist Improvisation selbstverständlicher Ausdruck der Auseinandersetzung mit Kollegen, Publikum und Auftrittsort. Dennoch hat diese freie Improvisation einen quasi institutionalisierten Rahmen, die Musikerinnen und Musiker stehen in, teilweise sehr intensiven, Arbeitsbeziehungen.

Mit dem Projekt freiraum 0.1 werden der Jazzclub FUCHS e.V. und B.I.G. e.V. den Versuch unternehmen, künstlerische Auseinandersetzung außerhalb etablierter Arbeitsbeziehungen und Abläufe zu organisieren. Künstlern soll ein freiraum geboten werden, sich unbelastet und unbeeinflusst miteinander, dem Material und dem Publikum auseinander zu setzen. Damit wird eine völlig vorurteilsfreie Improvisation, instantly created arts, möglich.


Donnerstag, 12. Juni 2014, 20.00 Uhr
im Weltecho, Annaberger Straße 24 in Chemnitz
Konzert BIXX
anschließend Session

Steffan Claussner, p, synt
Tobias Brunn, b
Armin Reichel, g
Toni Mueller, dr
Harald „Indi“ Fellenberg, perc
Gregor Kuhn, tb, btp, euph, electr

BIXX ist eine Gruppe von Chemnitzer Musikern aus unterschiedlichen musikalischen Bereichen, die sich projektbezogen in verschiedensten Konstellationen, insbesondere  im „Forum freie Musik“ des B.I.G. e.V., zusammenfindet.
Das besondere Interesse der Musiker liegt bei den zeitgenössischen Formen der improvisierten Musik.
Dabei werden gern selten gespielte oder selbst entwickelte und hergestellte Instrumente genutzt, um spezifische Klänge und Stimmungen zu erzielen. Gelegentlich wird Bezug auf bildende Kunst, Film oder Tanz genommen. Einem größeren Publikum sind die Musiken zu mehreren Theaterprojekten bekannt geworden.

Es wird ein Abend des Kennenlernens, die Musiker des freiraum 0.1 sind bereits anwesend. Spontane musikalische Zusammentreffen sollen nicht ausgeschlossen sein - Instantly Composing in seiner reinsten Form.


Freitag, 13. Juni 2014, 20.00 Uhr
im Weltecho, Annaberger Straße 24 in Chemnitz
Konzert freiraum 0.1 - Orchester

Ali Beierbach, sax
Uli Kempendorff, sax, bcl
Nikolaus Neuser, tp
Ronny Graupe, git
Uli Potratz, b
Christian Lillinger, dr
Steffan Claussner, p, synt
Gregor Kuhn, tb, btp
und weitere Musiker

Das Projekt freiraum 0.1 geht der Frage nach der Improvisation in besonderer Weise nach.
Eine unvorbestimmte, uneingeübte Antwort der Musiker auf das musikalische Material, auf die Reaktion der anderen Mitwirkenden und das Publikum wird durch die Einladung an einander unbekannte Musiker gesichert.
Deshalb erfolgte die Einladung an 6 Protagonisten der innovativen Berliner Szene, die noch nicht in dieser Besetzung zusammen gespielt haben.
Alle sechs Musiker sind erfahren in unterschiedlichen Spielweisen der Artikulation, freier Improvisation, Jazz, in den Grenzbereichen komponierter, insbesondere Neuer Musik und elektronischer Musik.
Dazu kommen Musiker des Chemnitzer B.I.G. e.V. Für sie ist die freie und absprachslose Improvisation eine regelmäßig geübte Ausdrucksform, beispielsweise mit der Reihe Soundscape im Chemnitzer Schauspielhaus. 


Sonnabend, 14. Juni 2014, 19.30 Uhr
in der Neuen Sächsischen Galerie, Das Tietz, Moritzstraße 20 in Chemnitz
Konzert Henrik-Walsdorff-Trio

Henrik Walsdorff, sax
Antonio Borghini, cb
Christian Lillinger, dr

Die Musiker des Henrik-Walsdorff-Trio gehören der angesagten, aufstrebenden Berliner Szene an.
Die Vielschichtigkeit der musikalischen Aktivitäten der Mitglieder des Trio lässt einen Abend mit freien Improvisationen auf höchstem Niveau erwarten. 

Henrik Walsdorff ist Mitglied  in so unterschiedlichen Formationen wie u.a. Soko Steidle, Schlippenbach-Walsdorff -Quartett, Ulrich Gumpert Workshop Band und Globe Unity Orchestra. Gleichzeitig arbeitete er u.a. mit den Gruppen Seeed und Wir sind Helden zusammen.
Antonio Borghini spielte zunächst Klavier und elektrischen Bass. 1995 begann er ein Kontrabassstudium und besuchte Meisterklassen u.a. bei Bruce Gertz, Joëlle Léandre, Barre Phillips. Er ist Bassist des Open Quartet der Sängerin Cristina Zavalloni, aber auch des Sextett Dilemma des amerikanischen Cellisten Tristan Honsinger.

Christian Lillinger studierte bei Günter Sommer und war Mitglied des Bundesjugendjazzorchester.
Lillinger spielt u.a. im Trio Hyperactive Kid mit dem Saxophonisten Philipp Gropper und dem Gitarristen Ronny Graupe.



Eintrittspreis für die Konzerte: 15,00 € bzw. 8,00 € (Ermäßigungsberechtigte)